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Mein künstlerischer Weg war von Anfang von autobiografischen Motiven bestimmt. Auch haben mich immer schon zwischenmenschliche Beziehungen sehr interessiert. In meinen Zeichnungen dokumentiere ich meine eigenen alltäglichen Begegnungen mit Menschen aber auch diejenigen die sich mir als Beobachterin darbieten. Ich "sammle" diese Ereignisse mit der Digitalkamera meines Mobiltelefons. Später arrangiere und reflektiere ich diese "Erinnerungen". Daraus entstehen in der Folge großformatige Zeichnungen. Diese transformieren sich in Zeichen meines eigenen Erlebens, die eine neue Sicht auf Alltägliches, das wir nur scheinbar gut zu kennen meinen, ermöglichen.

In diesen Arbeiten stelle ich fast nur Menschen dar. Meistens gesichtslos und ohne die jeweiligen körperlichen Attribute die diese Personen individualisieren würden. Einzig die detaillierte Charakterisierung der Kleidungsstücke der einzelnen dargestellten Personen steht für eine individuelle Besonderheit, die es ermöglicht den uns flüchtig Begegnenden so etwas wie Unverwechselbarkeit zuzuordnen. Aus dieser Kombination entsteht eine Mischung aus Nähe und Distanz, die wir alle kennen und die in meiner geformten Erinnerung zu einem Bild wird. Diese singulären aber unbekannten Personen sollen das Gefühl erzeugen ganz alleine und trotzdem in Sicherheit zu sein.

In den Zeichnungen die im Lauf des letzten Jahres entstanden sind beschäftige ich mich mit dem Begriff "Regime". Es könnte sein, dass wir alle in einem unsichtbaren Regime leben - unserem eigenem das von den Gesetzen unserer Vernunft geschaffen wurde. Ich habe begonnen die Farbe Rot als Zeichen einer Grenze in die Zeichnungen einzuführen. Unsere Entscheidungen werden von dem Bild dieser Grenze beherrscht und bestimmt. Dieses Regime zu brechen und die Grenze zu überschreiten hat jedoch zur Folge dass sofort eine neue Grenze vor uns erscheint da wir das Feld der Vernunft nicht verlassen wollen. Die Farbe Rot symbolisiert den Wunsch nach Überschreitung und gleichzeitig die Angst vor der Trennung von den Gesetzen der Vernunft.




(c) 2005-2012 Olga Georgieva